Industrie 4.0 ist zu einem Markennamen für Daten- und Informationskommunikation auf dem modernsten Stand der Technik geworden und gleichzeitig zu einem Wissenschaftsgebiet, das den Pragmatiker mit einer Fülle von Fachbegriffen, Methoden und Modellen konfrontiert, die den Blick für das Wesentliche eher verstellen, als eine Roadmap für zielgerichtete Handlungsfähigkeit zu bieten. In diesem Artikel zeigen wir Ihnen fünf klare Fakten zu Industrie 4.0 und räumen mit einigen Unklarheiten auf. Sie erfahren dadurch, wie überraschend einfach Industrie 4.0 zu verstehen ist.

1. Industrie 4.0 gibt es schon lange

Industrie 4.0 gibt es schon lange

Seitdem die Digitalisierung der Industrie die Industrienationen erfasst hat und man angefangen hat, verschiedenartige Systeme miteinander zu vernetzen, gibt es Industrie 4.0, denn das Wesensmerkmal von Industrie 4.0 ist bestmögliche digitale Vernetzung zur besseren Steuerung von Produktions- und Geschäftsprozessen. Der Vernetzungsgrad und die technischen Möglichkeiten, ungleiche Systeme miteinander zu vernetzen, ist heute selbstverständlich auf weit höherem Niveau möglich als in den 70er oder 80er Jahren oder um die Jahrtausendwende herum. Jedes System, das heute mit einem anderen System digital vernetzt wird, kann von sich behaupten, dem Gedanken von Industrie 4.0 zu entsprechen – auch wenn der Begriff erst im Jahr 2011 von der Deutschen Bundesregierung geprägt wurde, der weltweit zu einem Schlagwort für technologische Innovation geworden ist.

2. Industrie 4.0 ist nicht klar definiert

Industrie 4.0 ist nicht klar definiert

Industrie 4.0 ist zum Sammelbegriff für die digitale Industrialisierung geworden, die sich am heutigen Stand der Technik orientiert, der von Innovationsschüben im Bereich der Cloud-Anwendungen, ERP und SAP Systemen und in der vernetzten Fertigung geprägt ist sowie vom Innovationsreichtum in programmgesteuerten Anwendungsbereichen wie sie z.B. bei der Primärbedarfsplanung, der terminierten Materialbereitstellung, der Losgrößenplanung sowie der Termin- und Kapazitätsplanung zum Einsatz kommen.

Industrie 4.0 bedeutet, ein digital durchgängiges, modellbasiertes Engineering in einem Unternehmen umzusetzen. In einfachen Worten: Ungleiche Systeme werden ohne Brüche und mit hoher Leistungsfähigkeit miteinander vernetzt, wobei auf eine sinnvolle Netzwerkstruktur geachtet wird. Wenn man Daten nicht mehr aus dem Display einer Maschine manuell auf ein Blatt Papier übertragen muss, sondern sie aus der Maschine herauslesen und als Excel-Sheet ausdrucken kann oder die gleichen Daten über eine OPC UA-fähige Schnittstelle an ein ERP System zur weiteren Nutzung in verschiedenen Abteilungen schicken kann, hat man punktuell ein Industrie 4.0-Konzept umgesetzt. Dahinter steht vernetztes Datenmanagement. Wenn man sein ERP-System mit einem Machine-Execution-System (MES) verbindet und zusätzlich alle Peripheriegeräte ebenfalls anbindet, hat man ein umfassendes Industrie 4.0-Konzept umgesetzt.

3. Industrie 4.0 Umsetzung ist nicht kompliziert

Industrie 4.0 Umsetzung ist nicht kompliziert

Liest man wissenschaftliche Artikel über Industrie 4.0, kann man den Eindruck gewinnen, man müsse einen großen Bildungs- und Beratungsaufwand auf sich nehmen, bevor man Industrie 4.0 im eigenen Unternehmen umsetzen könne. Pragmatisch gesehen, ist dem nicht so. Medienbrüche lassen sich im eigenen Unternehmen unkompliziert identifizieren. Sie bieten die Vorlage für die wichtigsten Optimierungsaufgaben im Unternehmen. Der Aufwand, eine Industrie 4.0-Implementierung im eigenen Unternehmen umzusetzen, hängt von der Größe und Komplexität einer Firma ab. Kleinere Projekte sind häufig in 3 bis 10 Tagen umgesetzt. Große Projekte, bei denen eine Vielzahl an Managementbereichen unter einen Hut gebracht werden müssen, können Projektvolumen von 3 Monaten bis zu zwei Jahren mit sich bringen. Während eines Projektes, das in viele kleinere Projektphasen unterteilt ist, ist das Unternehmen weiterhin uneingeschränkt handlungsfähig. Aus dem einfachen Grund, dass sich eine Industrie 4.0-Implementierung nach und nach punktuell umsetzen lässt, bis jede Abteilung und jede Fabrikhalle vernetzt ist. Wenn der OPC Router als OPC UA Datendrehscheibe verwendet wird, kann die Vernetzung einzelner Maschinen und Systeme nach einer Prioritätenliste umgesetzt werden, die die wichtigsten Bereiche zuerst vernetzt.

4. Industrie 4.0 bedeutet Wettbewerbsvorteile

Industrie 4.0 bedeutet Wettbewerbsvorteile

Die Wettbewerbsvorteile, die eine bessere Vernetzung im Unternehmen mit sich bringen, sind vielfältig:
Produkte sind schneller beim Kunden.
Produkte sind fehlerfreier.
Produkte sind besser dokumentiert.
Der Kundenservice verfügt über aussagekräftige Informationen und bietet deshalb besseren Service.
Die Qualitätskontrolle kann ganzheitlich produkt-, system- und prozessorientiert wahrgenommen werden.

5. Industrie 4.0 spart Geld

Industrie 4.0 spart Geld

Effizienz

Die Effizienz der Produktions- und Geschäftsabläufe wird gesteigert. Von der Kundenanfrage bis zum Versand der Ware kann ein Auftrag lückenlos im Unternehmen verfolgt und dokumentiert werden. Die Qualität des Kundenservice wird verbessert, Kommunikations-Sackgassen werden beseitigt, man produziert weniger Ausschuss, hat zeitlich verkürzte Arbeitsvorgänge und spart insgesamt Zeit und Geld sowie wertvolle Material-Resourcen.

ROI – Return On Investment

Mit jeder weiteren punktuellen Industrie 4.0-Implementierung steigert man seinen Return on Investment (ROI) und vermindert die Betriebskosten, weil mit jeder neuen Vernetzung ein weiterer Geschäftsbereich besser steuerbar wird. Mehr Steuerbarkeit von Geschäftsprozessen bedeutet, dass z.B. operative Geschäftsprozesse – vor allem in der Auftragsverfolgung und Produktion – transparent werden, womit die Geschäftsführung und Produktionsleitung in die Lage versetzt werden, in ihrem jeweiligen Bereich einen Selbstoptimierungsprozess anzustoßen, um ein noch besseres ROI zu erreichen. Ein betriebswirtschaftlich günstiger Nebeneffekt der umfassenden Systemvernetzung: Der Produktionsprozess kann im Unternehmen lückenlos dokumentiert werden, wodurch die Produktionsplanung positiv beeinflusst wird.

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